VL: Hart erkämpftes 4 : 4!

Am dritten Spieltag der Verbandsliga OWL kam die 2. Mannschaft gegen die SG Ennigerloh-Oelde zu einem hart erkämpften 4 : 4. Nur in zwei Partien gab es dabei einen Gewinner, während die übrigen sechs Begegnungen remis ausgingen.

Die erste Entscheidung fiel am sechsten Brett von Silas Schlüter, der nach dem Abtausch aller Leichtfiguren eine weitgehend blockierte Stellung auf dem Brett hatte und das gegnerische Remisangebot akzeptierte. Eine unterhaltsame Partie gab es am siebten Brett zu sehen, wo Richard Müller die gegnerischen Felderschwächen auf dem Königsflügel für einen starken Angriff nutzte; der Gegner konterte mit einem doppelten Figurenopfer und einer Serie von Schachgeboten, doch Richard behielt die Übersicht, brachte seinen König in Sicherheit und setzte den Gegner matt. Hermann Greving (Brett 3) verlor im Mittelspiel bei einer komplizierten Abwicklung durch einen ungenauen Zug eine Qualität, konnte aber, nachdem der Gegner nicht die richtige Fortsetzung fand, mit seinem Läuferpaar eine stabile Verteidigung aufbauen, so dass die Partie remis gegeben wurde.

Einen munteren Schlagabtausch gab es an Brett fünf, wo Michael Trompeters König quer über das Brett gescheucht wurde, aber schließlich einen sicheren Zufluchtsort fand. Anschließend schien es dem anderen Monarchen an den Kragen zu gehen, doch der brachte sich gleichfalls in Sicherheit, so dass auch diese Partie mit einem Unentschieden endete. Ingo Gellendin (Brett 2) verlor im Mittelspiel einen Bauern, bekam den aber einige Züge später zurück, und das Endspiel war völlig ausgeglichen und wurde remis gegeben.

Beim Stand von 3 : 2 standen in den drei noch offenen Partien Turmendspiele auf den Brettern, zwei davon mit Vorteilen für die Gäste, während Guido Hügel (Brett 4) mit zeitweise zwei Mehrbauern durchaus Gewinnchancen hatte. Doch der Gewinnweg war gegen die zähe Verteidigung des Gegners schwer zu finden, und als die letzten Bauern vom Brett verschwunden waren, konnte auch hier das Remis eingetragen werden.

Hauke Schiemann und der starke gegnerische Spitzenspieler zauberten ein von taktischen Motiven geprägtes Eröffnungsexperiment (Prädikat „Noch nie gesehen“) auf das erste Brett, bei dem Hauke einen Turm für einen Springer gewann.  Dies erwies sich indessen als Danaergeschenk; der Gegner bekam starken Angriff und die Qualität „mit Zinsen“ zurück, so dass er nach 35 Zügen ein Turmendspiel mit zwei Mehrbauern erreichte. Einen davon verlor er wieder, kam dann aber erneut in Vorteil und konnte nach 76 Zügen den Ausgleich für das Gästeteam verbuchen.

Entscheidend war somit die Partie von Mathias Hüskes-Becker (Brett 8), der ebenfalls eine „Seeschlange“ mit fast 80 Zügen produzierte. Er gewann im Mittelspiel einen Bauern, investierte dann aber Material in seine Angriffsversuche. So hatte er nach gut 50 Zügen ein Turmendspiel mit zwei Minusbauern zu verteidigen, das von der nachträglich befragten „KI“ allerdings bereits mit „ausgeglichen“ bewertet wurde. Natürlich versuchte der Gastspieler, seinen Materialvorteil zu verwerten, doch Mathias behielt die Übersicht und holte den letzten halben Punkt zum 4:4-Endstand.