Damit hatte zu Saisonbeginn keiner gerechnet: Nach sechs Spieltagen belegt der SV Soest II als Aufsteiger und DWZ-Underdog der Verbandsliga mit komfortablen 8 : 4 Punkten den dritten Tabellenplatz! Am Sonntag konnte das Team den (nur in Bielefeld kurz unterbrochenen) Höhenflug fortsetzen und den SV Gütersloh II mit einem deutlichen 6 : 2-Erfolg nach Hause schicken.
Der Kampf startete mit zwei Remispartien von Michael Trompeter (Brett 4) und Hauke Schiemann (Brett 2), bei denen nach rund 20 Zügen ausgeglichene Stellungen ohne nennenswerte Gewinnansätze erreicht waren. Auch am sechsten Brett von Thorsten Kosfeld sah es in der Eröffnung nach einem Nichtangriffspakt aus, doch das änderte sich schnell: in einem taktischen Schlagabtausch erhielt der Gütersloher Spieler Turm und zwei Bauern für zwei Leichtfiguren, aber auch eine offene Königsstellung, die ihn wegen einer Mattdrohung daran hinderte, noch einen ungedeckten Läufer abzuholen. Thorsten verstärkte den Angriff und setzte den gegnerischen Wanderkönig schließlich mitten auf dem Schachbrett matt.
Marcel Gérard (Brett 1) erhöhte auf 3 : 1; sein Gegner opferte einen Bauern, doch der damit initiierte Königsangriff konnte leicht abgewehrt werden, weshalb der Gegner keine Perspektive sah und aufgab. Anschließend erlaubte Hermann Greving (Brett 3) den Gästen den einzigen ganzen Punkt; nach passiver Eröffnung kam er unter Druck, fand für seinen attackierten König nicht die richtige Verteidigung und musste kurz vor dem Matt aufgeben.
Hendrik Hündlings (Brett 5) verbesserte seine Saisonbilanz auf starke „5,5 aus 6“; er gewann im Mittelspiel nach einem ungenauen Verteidigungszug des Gegners eine Qualität und erreichte schließlich ein Endspiel mit zwei vorgerückten Freibauern; der Gegner erkannte, dass nur noch einer davon aufgehalten werden konnte, und gab auf. Simon Schröder (Brett 7) erhöhte auf 5 : 2; in einer komplizierten Abwicklung gewann er die gegnerische Dame für einen Turm und verwertete den Vorteil trotz zäher Gegenwehr. Den Schlusspunkt setzte Matthias Hüskes-Becker (Brett 8), der via Springergabel eine Qualität gewann. Im Endspiel leistete der Gegner bei reduziertem Material noch hartnäckig Widerstand, doch als auch noch ein wichtiger Bauer fiel, gab er auf.
